26. April 2026
Lampenfieber besiegen: Wie ich vom schüchternen Jungen zum Bühnen-Performer wurde
Wenn die Stimme versagt und der Blackout kommt: Mein Weg von der Angst vor Auftritten zu sicheren und entspannten Shows vor Millionenpublikum
Heute stehe ich vor Hunderten von Menschen oder habe ja auch meine Tochter bei ihrem Auftritt vor 4,5 Mio. Zuschauern begleitet. Ich wirke dabei sicher und entspannt. Doch auch das war nicht immer so.
Wenn Ihr mich als Kind oder Jugendlicher erlebt hättet, hättet Ihr einen Jungen gesehen, der am liebsten unsichtbar gewesen wäre. Ich war total schüchtern und ängstlich, sobald es darum ging, allein vor Menschen zu reden oder allein vor Menschen Cello zu spielen.
Die Angst, gesehen zu werden
Ich brauchte immer die Sicherheit einer Gruppe oder jemandem, hinter dem ich mich verstecken konnte. Ich war also alles andere als ein Solo-Künstler, und das glaubt mir heute keiner mehr. Sobald ich auf die Bühne sollte oder vor der Klasse ein Gedicht vortragen sollte, bekam ich Panik.
Mich hat das immer gestört und traurig gemacht. Gleichzeitig war da aber auch die Sehnsucht und der Wunsch, dass ich es einmal schaffe, sicher auf der Bühne zu wirken und zu performen.
Bühnentraining und sich Ängsten stellen statt aufgeben
Da es mich so stark gestört hatte und da dieser Schmerz und diese Traurigkeit da waren, dass ich darüber so unglücklich war, habe ich mich entschlossen, mich den Ängsten zu stellen. Mir war klar, dass der beste Trainingsplatz für die Verbesserung die Bühne selber ist. Ich habe also viele Möglichkeiten gesucht, allein vorzuspielen. Ich saß dann sehr oft auf der Bühne und habe zu mir selber gesagt: "Warum tust Du Dir den Mist nur an, Marcus!" Aber die Sehnsucht war stärker als die Angst vor dem Versagen.
3 wesentliche Sachen haben mir geholfen:
- Nicht zu viel nachdenken und Gefühle einfach spüren: Wenn ich darüber nachdenke, was die anderen wohl über mich denken oder reden, bin ich blockiert. Ich liebe das Cello und die Musik und stelle mich den Gefühlen. Ich spüre einfach nur die Angst, die Nervosität, die Unsicherheit und merke, dass es pure Energie ist. Durch die Annahme dieser Gefühle kommt eine Sicherheit und Akzeptanz. Das hat mich ruhiger werden lassen.
- Durchatmen, bevor es losgeht: Innehalten, Atem spüren, bei sich selber ankommen – nicht ablenken lassen.
- Training & Vorbereitung: Disziplin und Üben vor den Auftritten sind essenziell wichtig. Eine Top-Vorbereitung ist Voraussetzung für Sicherheit auf der Bühne.
Auswirkungen auf andere Lebensbereiche
Dieses Training hat mir nicht nur bzgl. der Musik geholfen. Als Führungskraft und Vertriebsleiter durfte ich sehr oft vor vielen Menschen reden. Davor habe ich keine Angst und bin sogar über die Jahre immer lockerer geworden. Das hat natürlich sehr positiven Impact auf meine eigene Karriere gehabt :-) Also auch da hat mir die Liebe zum Cello und der Musik geholfen und die Sehnsucht, nicht aufzugeben.
Diese Energie nutze ich heute als "Dragon Spirit" und möchte auch andere Menschen damit anstecken und gern auch helfen, selber ihre Ziele und Wünsche zu erreichen.
Lasst Euch nicht von der Angst vor der Angst kleinhalten. Jeder Drache muss lernen, seine Flügel auszubreiten, bevor er fliegen kann.
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